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Langzeitwirkungen der Teilnahme an internationalen Jugendbegegnungen auf die Persönlichkeitsentwicklung der TeilnehmerInnener (Auszug)

/ ... / 6. Ergebnisse

Die erste und überraschende Erkenntnis aus den Interviews wurde schnell und deutlich klar:          Die Befragten erinnerten sich genau an die Austauscherfahrung, schilderten eine Vielzahl an detaillierten Situationen im Austausch, konnten über ihre damaligen Gefühle, Gedanken und Handlungen Auskunft geben und in vielen Fällen sogar mit Wirkungen in Verbindung bringen, die bis heute andauern. Außerdem stieß das Forscherinnenteam bei den ehemaligen TeilnehmerInnen auf eine große Akzeptanz der Fragen. Teilweise waren die Befragten sogar hoch erfreut, dass sie „endlich mal wieder jemandem davon erzählen können" und dass durch das Interview „so schöne Erinnerungen wieder wach wurden". Die Ergebnisse der Interviews und der Fragebogenunter- suchung lassen sich folgendermaßen zusammenfassen:   / ... /

f) Die deutschen und ausländischen Interviewten aller Programmformate berichten über eine Vielzahl von Wirkungen, die bis heute andauern und die sie in klarem kausalem Zusammenhang mit dem Austausch oder spezifischen Auslösern im Austausch stellen. Die Kategorien von Langzeitwirkungen können wie folgt zusammengefasst werden:

Selbstbezogene Eigenschaften und Kompetenzen: Wirkungen zu den Bereichen Selbstbewusstsein, Selbstständigkeit, Selbstvertrauen, Selbstsicherheit, Selbstwirksamkeit.

Offenheit, Flexibilität, Gelassenheit: eine Veränderung in diesem Bereich führt dazu, dass man offener gegenüber neuen Situationen und Menschen ist und in ungewohnten Situationen gelassener und flexibler reagiert.

Selbsterkenntnis/Selbstbild: Selbstreflexion und eine Auseinandersetzung mit seinem Selbstbild findet statt. Man lernt, sich selbst besser einzuschätzen.

Soziale Kompetenz: bezieht sich auf Gruppensituationen und erfasst vor allem Team- und Konfliktfähigkeit.

Interkulturelles Lernen: Interkulturelles Lernen schließt folgende Bereiche ein: die Perspektive eines anderen übernehmen zu können, sich dessen bewusst zu sein, dass es Unterschiede zwischen Kulturen gibt und ein vertieftes Wissen über die Eigen- und Fremdkultur haben.

Kulturelle Identität: Förderung der kulturellen Identitätsentwicklung durch Bewusstwerdung der eigenen kulturellen Prägung, Auseinandersetzung mit dem eigenen Deutsch-Sein und dessen Vorund Nachteilen.

Beziehungen zum Gastland/Gastregion: Förderung einer positiv-emotionalen Beziehung zum Gastland/ zur Gastregion und dessen/deren Bewohnen sowie die Zunahme an Interesse am Gastland/ Gastregion und an anderen Kulturen.

Fremdsprache: Förderung der Fremdsprachenkompetenz sowie des Interesses und der Bereitschaft, eine Fremdsprache zu sprechen, zu erlernen und zu vertiefen.

Aufbauende Aktivitäten: Weiteres Aufsuchen interkultureller Kontexte (Programme, Kontakte), sowie ehrenamtliches Engagement.

Ausbildung und Beruf: Die Austauscherfahrung hat Wirkungen auf die berufliche Entwicklung genommen.

Kontakte: Auch viele Jahre nach dem Austausch besteht häufig noch Kontakt (persönlich, telefonisch, schriftlich) zu Personen aus dem Austausch.

aus: http://www.jugendaustausch-langzeitwirkungen.de/