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VDI bringt Chipdesign an die MTS
Prof. Dr. Reith (Hochschule Rhein-Main) hält Gastvortrag in Q2
Bequem schließen wir das Auto per Knopfdruck auf den "Schlüssel" auf...
...da ist auch ein Mikro-Chip eingebaut - ok. Und der muss auch viel können: sicherstellen, dass kein anderer das so einfach nachbauen kann - eine Verschlüsselung muss er leisten, und -bitte- eine gute!
Oder ein Herzschrittmacher: nicht einfach nur ein Gerät, das einen kleinen Stromimpuls gibt! Der Impuls muss die richtige Stärke haben und zur richtigen Zeit kommen - Größen, die permanent neu berechnet werden und dabei Messwerte verarbeiten. Schon wieder ein Mikro-Chip, der das tut.
Unser heutiges Leben ist voll von dieser Technik, die uns hilft und den Alltag verbessert.

Strukturdiagramm der Schritte zum Chip: nicht nur für Informatiker und Phyisker (aber vor allem für diese)...
Mit einem beeindruckenden (durchaus dialogischen) Vortrag besuchte heute Prof. Dr. Reith von der Hochschule Rhein-Main den Physik LK / Dr. Fischer und den Informatik LK /Herr Hoffmann der Stufe Q2. In kürzester Zeit schlug er den Bogen von den physikalischen Grundlagen der Halbleiterfertigung bis zu dem Punkt, an dem die Zuhörenden live zusehen konnten, wie ein kleiner Chip programmiert, in ein Hardwaredesign übersetzt und schließlich inform eines FPGA geflasht wurde.
Das Ergebnis: eine kleines Rundlauflicht ... "für nächstes Weihnachten, das ja direkt vor der Tür steht":
Die Chipherstellung dauert in der Regel ca. 6 Monate in dem Fall, dass Silizium-Wafer belichtet und weiterverarbeitet werden.
Eindringlich und glaubhaft stellte uns Prof. Dr. Reith dar, dass die Open-Source Entwicklung der Hochschulen auf diesem Feld auch eine Antwort/Reaktion sind, um den weltweiten Abhängigkeiten zu begegnen. Es ist nicht nötig, dass jeder beliebige Chip ausschließlich in Taiwan hergestellt werden kann, und damit automatisch zum Spielball der Weltpolitik wird! Software wird wieder selbst entwicklet, und zwar in einer vollständigen Kette vom ersten Schritt bishin zur Fertigung in einer Fabrik in Frankfurt/Oder.
"Zumindest, um unseren Chipbedarf 'zum Überleben' zu sichern / selbst herzustellen...". Klar, das betrifft keine Hochleistungsgrafikkarten oder ähnliches.
Aber die oben genannten Beispiele: Autoschlüssel, Herzschrittmacher und so weiter machen deutlich, dass sich die Mühe lohnt. Und die Grundhaltung, dies gemeinschaftlich und eben "Open Source" zu entwickeln, tut unserer Gesellschaft mit Sicherheit gut.
Wer macht mit? Schülerinnen und Schüler sind aufgerufen, bei dem Wettbewerb "Invent a Chip" mitzumachen - mit Unterstützung von Prof. Dr. Reith und der Hochschule Rhein-Main!
Wir danken an dieser Stelle dem VDI-Bezirksverband Rheingau-Taunus, namentlich dem Vorsitzenden Herrn Truss, der unsere Schule mit Herrn Prof. Dr. Reith zusammengebracht und alle Seiten stark movitiert hat, uns dieser Aufgabe zu stellen!
