„Jugend schreibt“ – MTS-Schülerin schafft es in die F. A. Z.
Im Rahmen des Projekts „Jugend schreibt“ der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, an dem die Main-Taunus-Schule nun im dritten Jahr beteiligt ist, hat es Victoria Rösner aus dem Deutsch-LK der diesjährigen Q4 geschafft: Am 30. März erscheint ihre Reportage über die Schlagersängerin Karina Klüber in der Montagsausgabe der Zeitung.
Die beteiligten Jugendlichen treten als akkreditierte Journalisten und Journalistinnen der F. A. Z. auf und führen ein oder mehrere Interviews mit einer interessanten Persönlichkeit ihrer Wahl. Aus dem gewonnenen Material entsteht in mehreren Überarbeitungsprozessen eine Reportage, die natürlich den strengen Qualitätskriterien der Zeitung entsprechen muss. Wenn ein Artikel es zur Druckreife geschafft hat, ist das eine echte Auszeichnung. Herzlichen Glückwunsch, Victoria!
Wer kein gedrucktes Exemplar der Zeitung zur Hand hat und nicht auf faz.net suchen möchte, kann den Artikel auch hier im Anschluss lesen.
Peter Höfle
Wenn die Stimme glücklich stimmt
Schlagersängerin Karina Klüber hat sich einen Kindheitstraum erfüllt
Von Victoria Rösner
Für viele ist es ein Kindheitstraum, einmal auf einer großen Bühne zu stehen oder sogar professionell zu singen. Die Schlagersängerin Karina Klüber hat diesen Traum verwirklicht. Die Siebenunddreißigjährige und ihre Zwillingsschwester sind in einer Familie in Oberursel im Taunus aufgewachsen, bei der Musik eine wichtige Rolle spielte. Die Eltern sind selbst Musiker – in einer Rockband. Daheim sei stets Musik gelaufen. „Wir haben zu Hause immer viel gesungen, also war es eigentlich klar, dass wir beruflich was mit Musik machen werden.“ So setzte sich der Traum einer Musikerlaufbahn in den Köpfen der Zwillinge fest. Und sie unterstützten sich gegenseitig. „Mit sechs haben wir unsere eigene Band gegründet. Wir nannten uns ‚Power Girls‘ und haben auch eigene Songs geschrieben.“ Über den Namen der Band muss die blonde, 1,67 Meter große Sopranistin heute noch lächeln. Klüber studierte Gesang, Tanz und Schauspiel, zudem schloss sie 2010 eine Musicalausbildung ab und zog dann von Oberursel nach Berlin, wo sie mit ihrem Freund lebt. Während des Studiums habe sie vor allem Disziplin und Durchhaltevermögen gelernt. „Mir hat alles gefallen, was ich im Bereich Gesang, Tanz und Schauspiel gelernt habe. Die Vielfältigkeit und auch die intensive Zeit mit meinen Kommilitonen.“ Ihre Schwester habe ebenfalls eine Schauspiel- und Musicalschule besucht.
Klüber stand schon auf zahlreichen Bühnen der Welt. Sie verdiene mit ihren Auftritten genug Geld zum Leben, obwohl dies als Solokünstlerin auch schwierig sein könne, da man sich selbst um die ganze Organisation kümmern müsse. 2017 machte sie eine Tour durch China, trat in Zypern und Malaysia auf. Des Weiteren nahm sie 2018 an der achten Staffel der TV-Sendung „The Voice of Germany“ teil, wo sie es mit dem Team Fanta 4 bis in die sogenannten Battles schaffte. Ihre Erfahrungen seien „durchweg positiv“, sie habe sich in der familiären Atmosphäre sehr wohlgefühlt. „Ich habe sogar einen meiner besten Freunde aus der ganzen Sache gewonnen, mit dem ich heute noch zusammenarbeite. Würde ich jedem Berufssänger weiterempfehlen, weil es wirklich viel bringt.“
Ihre musikalische Karriere begann aber schon früher, mit ersten Engagements auf Musicalbühnen während ihres Studiums. 2011 wurde sie zum ersten Mal auf einem Kreuzfahrtschiff engagiert, wo sie als Solistin in einem Ensemble sang. Auch während der Corona-Pandemie durfte sie auf dem Schlagerliner auftreten, jedoch nur unter strengen Auflagen wie negativen Corona-Tests und doppelter Impfung, nun jedoch als Gastkünstlerin mit eigenen Songs. „Es war supertoll, weil ich trotzdem auf der Bühne stehen konnte, obwohl nichts ging.“
Da auch bei ihr während der Corona-Pandemie viele Auftritte ausfielen, habe sie eine viermonatige Fortbildung zur Synchronsprecherin gemacht. Seitdem ist sie als Stimme in zahlreichen Filmen, Serien, Hörspielen und Werbungen zu hören. Um nicht jedes Mal für eine Aufnahme in ein Tonstudio fahren zu müssen, habe sie sich zu Hause ihre eigene Sprecherkabine aufgebaut. „Die Branche wird mehr und mehr durch KI ersetzt. Deswegen sehe ich nicht mehr so viel Sinn, mich da reinzuhängen. Das ist traurig, aber leider die Wahrheit.“
Mit ihren eigenen Songs erzielte sie schon einige hohe Platzierungen in den Hitparaden. Zudem landen sie regelmäßig in den Airplay-Charts, wie zuletzt ihr Song „Ich will mehr“. Dieses Lied hielt sich dort drei Monate lang und erreichte mit Platz 48 eine Top-Fifty-Platzierung. Die Entscheidung, Schlager und Deutsch-Pop zu machen, traf Klüber ganz bewusst. „In seiner eigenen Muttersprache ist man näher an der Musik dran, und der Schlager verbreitet einfach gute Laune. Musik bedeutet mir eigentlich fast alles. Für mich ist Musik so wichtig wie atmen und essen. Musik kann etwas ausdrücken, was mit Worten manchmal gar nicht so einfach ist. Sie hat die Fähigkeit, Menschen zu helfen, auch wenn das nicht immer bewusst passiert.“ Nun nimmt sie sich jedoch eine Auszeit, um ihre bisher größte Rolle wahrzunehmen. Im November hat sie ihr erstes Kind bekommen.
Victoria Rösner, Main-Taunus-Schule, Hofheim am Taunus