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Unsere Schule

Interaktiver Vortrag zum Thema Respekt

für alle PoWi-Kurse der Q1 am 2.8.19 in der Aula

Am 20. August 2019 kam Marius Jung - Comedian, Coach und Autor - an unsere Schule und hielt einen fast dreistündigen Vortag. Der ziemlich authentische Satiriker startete erstmal mit einem für manche etwas provokativen Witz über seine Herkunft, klärte jedoch relativ schnell auf, warum er das Thema Rassismus und Respekt vor anderen so locker angeht: er denkt, wenn man über Rassismus mit Humor spricht, fällt es dem Einzelnen leichter, eine eigene Haltung zu haben und keine Angst vor dem Thema zu haben. Die Voraussetzung dabei ist natürlich ein freundliches Miteinander.
Die Themen, die er angesprochen hat, waren Hass, Mobbing und Ausländer, aber auch schwierige Themen wie Kannibalismus und Nationalsozialismus. Durch seinen bewussten Umgang mit Worten und seine parodistischen Art schaffte Marius Jung es jedoch, uns Schüler zu motivieren, Fragen zu stellen und "normal" mit dem Thema umzugehen. Am Sport erklärte er zum Beispiel, dass man selbst ja immer der Beste sein will, dass aber nur, um sich stärker oder sogar besser zu fühlen als jemand anderes. Es gehe um ein bestimmtes Ranking, was man selber im Kopf bildet, dies meistens aber gar nicht bemerkt. Diesen Umgang mit Respekt hat Marius Jung versucht vorzustellen, wobei er aber über noch sehr viele weitere Themen sprach.
Von politischen Themen wie Fake News über eine Zeit ohne Internet bis zu Pippi Langstrumpf, bei deren Autorin jetzt wohl überlegt wurde, ob sie eine Rassistin sei. Marius Jung machte daraufhin klar, dass Rassismus sich gar nicht erklären lasse, es gibt nämlich überhaupt keine Rassen bei Menschen.
Marius Jung sagte, dass er gerne an Schulen auftrete, da es ihn interessiere, was Schülerinnen und Schüler über Respekt denken. Durch sein sehr ehrliches und direktes Auftreten war die Atmosphäre sehr locker. Er forderte die Schüler zum Beispiel auf, ihm Schimpfwörter zu nennen, deren Bedeutung dann analysiert wurde. Das war teilweise sehr lustig, aber auch sehr ernst, da man selber vielleicht gar nicht wusste, wie respektlos manche Wörter sind, während man sie benutzt hat.
Er erzählte auch, dass er selber manchmal für einen Ausländer gehalten wird und Leute besonders laut und besonders langsam mit ihm sprechen, weil sie denken, er verstehe kein Deutsch. Aus vielen seiner Geschichten und auch aus einer kurzen Lesung aus seinem Buch „Singen können die alle – Handbuch für Negerfreunde“ hörte man heraus, dass er schon viel erlebt hat mit dem Thema Respekt, im Sinne von Rassismus.
Ich selber habe eher einen Workshop o.Ä. erwartet, bei dem wir selber mehr zu dem Thema hätten sagen können. Insgesamt fand ich es aber gut und mir hat gefallen, dass er selber viel gelacht hat und versucht hat, lustig zu bleiben. Des Weiteren haben mir bestimmte Bemerkungen, wie zum Beispiel, dass eine Körperhaltung immer ehrlicher als Worte ist, gefallen. Der Mix zwischen Alltag und psychologischen Weisheiten ist ihm gut gelungen. Zum Schluss hat er sich sehr freundlich verabschiedet, mit dem Tipp, nicht immer eine Erwartungshaltung einer anderen Person gegenüber zu haben.

Valerie Fuß, Q1

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