KONTAKT Main-Taunus-Schule · Rudolf-Mohr-Str.4 · 65719 Hofheim     Telefon 06192-99130     Fax 06192-991366     E-Mail schreiben

Unsere Schule

UBUS-Fachkraft erstmalig an unserem Gymnasium

Paula Walentowitz schreibt vier Buchstaben an die Tafel: U-B-U-S. „Was soll das denn sein?“, hört man die Kinder der Klasse fragen, „eine Abkürzung?“

Genau. Paula Walentowitz, eine 22-jährige Hofheimerin und ehemalige Schülerin der Main-Taunus-Schule ist nur gut vier Jahre nach ihrem Abitur zurück an der MTS – aber nicht etwa als Lehrkraft. Hinter ihrer Anstellung steckt das Konzept der Unterrichtsbegleitenden Unterstützung durch Sozialpädagogische Fachkräfte (UBUS). Seit einem Erlass des Hessischen Kultusministeriums im letzten Jahr können Schulen in Hessen eine Fachkraft beschäftigen, die schwerpunktmäßig die allgemeine und schulische Entwicklung von Schülerinnen und Schülern fördern soll. Darüber hinaus wird Frau Walentowitz an der MTS zusätzlich als Ansprechpartnerin Lehrerinnen und Lehrer zur Verfügung stehen, das bestehende Beratungsteam unterstützen und Präventionsprojekte begleiten. Das Land Hessen hat insgesamt 700 solcher UBUS-Stellen geschaffen.

Paula Walentowitz hat schon sehr früh den Wunsch gefasst, später einmal mit Kindern und Jugendlichen arbeiten zu wollen. Erste Erfahrungen dafür sammelte sie bei kleinen Nebenjobs als Kinderturngruppenleiterin, Babysitterin und Ferienfreizeitbetreuerin sowie bei Schulpraktika in einer Kindertagesstätte und einer Grundschule. Sie fasste zu dieser Zeit zwar den Schluss, keine Lehrkraft werden zu wollen – das Arbeitsumfeld Schule reizte sie hingegen sehr und blieb in den folgenden Jahren immer in ihrem Kopf.

Nach dem Abitur prägte der Wunsch nach einem pädagogischen Beruf die Studienwahl und so entschied sie sich für ein Bachelor-Studium der Erziehungswissenschaften an der Goethe-Universität in Frankfurt. Parallel zu Vorlesungen, Seminaren und Prüfungen suchte Paula Walentowitz während der Studienzeit weitere praktische Erfahrungen, die sie beispielsweise in vollstationären Gruppen eines Kinderheims sammelte, in denen sie als vollwertiges Mitglied des Pädagog*innenteams eingesetzt wurde. Im Frühjahr 2019 lernte sie parallel zu ihrem mittlerweile begonnenen Master-Studium im Rahmen eines studentischen Nebenjobs auch die Tätigkeit von Sozialpädagog*innen in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit kennen. Der Kontakt zur MTS ist während des Studiums nie abgerissen, da Paula Walentowitz zusätzlich als Hilfskraft für einen sehbehinderten Lehrer des Gymnasiums beschäftigt war.

Bereits im vergangenen Jahr war es dann ihre ehemalige Klassenlehrerin, die sie erstmals auf die neugeschaffene Stelle an der Main-Taunus-Schule aufmerksam machte. Doch zu diesem Zeitpunkt kam eine Anstellung aufgrund des gerade begonnenen Master-Studiums für beide Seiten (noch) nicht in Frage. Einige Monate – und zwei Semester – später gab ihr ehemaliger Leistungskurs-Lehrer Paula Walentowitz den Hinweis, dass die Stelle weiterhin nicht besetzt sei. Und so ging es plötzlich ganz schnell: Bewerbungsgespräch im Oktober, feste Anstellung ab November. Parallel zu letzten Prüfungen an der Uni und dem Verfassen einer Master-Arbeit startet Paula Walentowitz zunächst in Teilzeit. „Das ist aber beim Erziehungswissenschaften-Studium ganz üblich und auf jeden Fall vereinbar“, ist sie optimistisch.

Nun sind die ersten Wochen an der neuen, alten Schule schon vorüber, und die UBUS-Kraft ist glücklich: „Ich wurde super vom Kollegium aufgenommen, viele kannten mich oder auch meine beiden Brüder noch aus unserer Schulzeit hier an der MTS“, verweist sie auf ihre älteren Geschwister. Aufgrund der positiven Resonanz sei ihr der Rollenwechsel von Schülerin zu Kollegin nicht schwer gefallen. Auch die Schülerinnen und Schülern freuen sich sehr über den Neuzugang. „Vor allem in den Pausen kommen schon jetzt viele zu mir und wollen quatschen oder spielen. Mir ist es ganz wichtig, auf diese Weise eine Beziehung und vor allem eine Vertrauensebene zur Schülerschaft herzustellen. Sie sollen wissen, dass da jetzt jemand da ist, der immer für sie da ist, der zuhört und auch hilft. Aber bei meiner Vorstellungsrunde in den Klassen und Kursen betone ich, dass die Schülerinnen und Schüler nicht nur zu mir kommen dürfen, wenn sie Sorgen und Probleme haben – sondern jederzeit, auch gerne einfach so für einen kleinen Plausch“ – die Freude über ihre Arbeitsstelle und den engen Kontakt zu Kindern und Jugendlichen ist ihr sichtlich anzumerken.

An der MTS gibt es bereits ein Beratungsteam, in welchem weitergebildete Lehrerinnen und Lehrer für die Heranwachsenden zur Verfügung stehen – neben dem eigenen Unterricht sowie Vor- und Nachbereitung. Doch diese Kapazitäten reichen für den Bedarf an dem großen Gymnasium nicht aus. Und so sind nicht nur die Lehrerkolleginnen und –kollegen über die Verstärkung froh, sondern auch die Schulleitung. „Viele Grundschulen in Hessen beschäftigen bereits eine UBUS-Kraft, an Gymnasien hingegen ist das eher eine Besonderheit. Die Main-Taunus-Schule aber hat die Chancen erkannt, die die Besetzung der UBUS-Stelle für das Gymnasium mit sich bringt, und ist sehr froh, nun mit Paula Walentowitz die lang ersehnte sozialpädagogische Fachkraft gefunden zu haben“, sagt Schulleiterin Sabine Buse-Stephan. Dabei profitiert nicht nur die Zusammenarbeit mit den Lehrkräften davon, dass Paula Walentowitz selbst die Main-Taunus-Schule besucht hat und dass dies noch gar nicht so lange her ist, sondern auch der Kontakt mit den Kindern und Jugendlichen: Sie kann sich noch gut in die Schüler*innen-Perspektive hineinversetzen und ist an der Schülerschaft „nah dran“.

„Ich freue mich nun auf die nächsten Wochen und Monate und habe viele Ideen und Vorstellungen, wie ich mich an der MTS mit meinen Erfahrungen einbringen kann. Die Schülerinnen und Schüler an der MTS sollen eine gute Schulzeit verbringen und sich später gerne daran zurückerinnern“, setzt sich Frau Walentowitz selbst ehrgeizige Ziele und berichtet von kurzweiligen Tagen im Schulalltag: „Unterrichtsbegleitung, Einzelgespräche mit Schülern und Lehrern oder auch in Gremien, Mitarbeit bei Projekten, Beratung bei Problemen und Konflikten – langweilig wird es hier nicht.“ Mittlerweile kennt bereits ein Großteil der ca. 1500 Schülerinnen und Schüler die neue Kraft an der MTS, und für was U-B-U-S steht, in nun auch allen klar.

dg

IMG 21

Paula Walentwitz mit Schülerinnen im Beratungszimmer

« Zur Übersicht