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Unsere Schule

Abiturjahrgang 2021 an der Main-Taunus-Schule durchbricht mit 1,99-Schnitt Schallmauer

Wer sich am 3. Juli an der Rückseite des Chinon-Center die Rudolf-Mohr-Straße entlangbewegte, konnte sich wundern über in untypischer Altersmischung und in auffällig festlicher Kleidung beieinanderstehende Menschengruppen. Wer sich das dann damit erklärte, dass es sich um eine Feier der Öffnung nach dem Lockdown handeln müsse, lag damit gar nicht so falsch. In dem Grußwort von Landrat Michael Cyriax zum Anlass der Versammlung, das von der Leiterin der Main-Taunus-Schule Sabine Buse Stephan später in einem auf dem Schulhof aufgestellten Zelt verlesen wurde, ging es sogar um eine „doppelte Zeit der Öffnung“, nämlich nicht nur jene der Geschäfte und Biergärten, sondern auch jene auf das Leben hin: Man hatte soeben die Abiturentlassungsfeier der Main-Taunus-Schule passiert.

Abgesehen davon, dass die Veranstaltung zweimal ablief, einmal am Vormittag und nach zwei Stunden Pause am Nachmittag noch einmal, könnte man sich an das Freiluftambiente im Schatten der Zeltplane durchaus gewöhnen. Wenn zu der Musik von Stella Inderwiesen (Gesang), Sammy Wahlandt und Felix Gerstner (beide Klavier) ein Sattelschlepper rückwärts in die Anlieferungsgarage des Chinon-Center rangierte, störte das weniger, als dass es zum Flair der Veranstaltung beitrug. Es herrschte eine wache Entspannung voller Nachdenklichkeit; es war geschafft, aber das Bewusstsein dafür, dass der Zustand der Welt und der Gesellschaft nicht nur hinsichtlich der Beherrschung der Pandemie labil ist, war in allen, außergewöhnlich politisch gefärbten Reden spürbar. Die Schulleiterin gab in ihrer Begrüßungsansprache den Tenor vor, indem sie auf das Abhandengekommensein eines allgemeinen Sicherheitsgefühls und die Gefahr eines Auseinanderdriftens der Gesellschaft hinwies, während Michael Müller als Vorsitzender des Elternbeirates den Schwerpunkt auf die Frage legte, was Schule zu leisten habe: Wissensvermittlung ist das eine, wichtiger aber sei es, darauf vorzubereiten, auch mit Situationen umgehen zu können, die im Schulkurrikulum nicht vorgesehen sind. Zuerst aber sollte ordentlich gefeiert werden (wahlweise mit dem Wortakzent auf „ordentlich“), denn anders als seine Hochzeit erlebe man seinen letzten Schultag mit Sicherheit nur einmal.

Als hätten sie sich abgesprochen, ging Kirsten Englert aus dem Lehrerkollegium in ihrer Festrede auf die Suche nach „Holas“ aus, jenen sicheren Orten, wo man als Kind beim Fangenspielen nicht abgeschlagen werden durfte. Für die meisten Schulabgänger und Abiturientinnen sind das sicher für eine Weile noch das Elternhaus und der Freundeskreis. Aber Englert nannte auch abstraktere „Orte“ der Zuflucht und der Sicherheit in einer gefährlich schwankenden Gegenwart: die Natur, die Musik und die Sprache, insbesondere, mit den Worten von Robert Habeck, die Sprache der Demokratie. Allerdings seien diese „Holas“ in hohem Maße gefährdet, gefährdet auch durch den Ruf nach Rückkehr zur „Normalität“. Hier wurde Englert sehr deutlich: „Normalität im Hinblick auf die Grundbedürfnisse von Sozialkontakten, ja. Normalität auf allen anderen Ebenen sollten wir stark hinterfragen.“ Und mit den Worten der Transformationsforscherin Maja Göpel lud sie dazu ein, unsere Welt neu zu denken.

Dass Englert hier nicht auf taube Ohren gestoßen sein dürfte, bewies nicht nur der überzeugte Applaus, mit dem Ihre Rede bedankt wurde, sondern auch die Schülerrede von Sammy Wahlandt, der sich zunächst einmal über die Redensart mokierte, dass nach dem Abitur nun der Ernst des Lebens, gar das Leben überhaupt beginne. Welche Verachtung der Kindheit und Jugend liegt in dieser Behauptung! Ich erinnere mich sehr gut daran, wie ich mich selbst als Jugendlicher immer über die Frage geärgert habe, was ich denn einmal „werden“ wolle. Als existierte man im Moment der Fragestellung noch nicht. Als hätte man seine volle Daseinsberechtigung erst dann erreicht, wenn man den Vorstellungen der Mehrheitsgesellschaft entspricht. In Anspielung auf das Verbot der UEFA, beim Ungarn-Spiel mit der Regenbogenillumination der Münchner Arena gegen die homophobe Regierungspolitik (nicht nur) Ungarns zu protestieren, machte Wahlandt deutlich, dass auch in den privaten Bereich eine politische Ebene eingezogen ist: Wenn ich mich gegen den Mainstream entscheide, stelle ich in Frage, was Normalität ist – womit der Kreis zu der Rede von Englert geschlossen wäre.

Als der Studienleiter Dr. Michael Brabänder die Statistik mit dem Gesamtergebnisstand verkündete, stand die Frage im Raum: Woran liegt es, dass gerade die beiden Corona-Jahrgänge, die 2020 und 2021 an der Main-Taunus-Schule-Schule in Hofheim das Abitur abgelegt haben, jedes Mal neue Bestmarken aufgestellt und in diesem Jahr erstmalig mit 1,99 sogar die 2 vor dem Komma verdrängt haben? Gab es doch so etwas wie einen Corona-Bonus oder waren die Prüflinge während der Vorbereitungszeit einfach weniger durch soziale Aktivitäten abgelenkt? Schulleiterin Buse-Stephan erteilte dergleichen Mutmaßungen eine deutliche Absage: Es sei nicht weniger gefordert und auch nicht weniger geleistet worden. Zum Glück habe man Überlegungen zu einem Notabitur ohne Abschlussprüfung auf der Basis der letzten Zeugnisnoten nicht weiterverfolgt. Allein die ohnehin für 2022 geplante klare Trennung von Kurs- und Prüfungsphase im letzten Schulhalbjahr diesseits und jenseits der Osterferien habe man um ein Jahr vorgezogen – die 138 Absolventinnen und Absolventen könnten auf ein „fast normales“ Abitur stolz sein.

 Peter Höfle

MTS Abi Vorschau 2021 14

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MTS Abi Vorschau 2021 04

Alle Fotos: GrainLab Mediaproduktion

Die Besten beim Abi / Buchpreise

Von insgesamt 141 Schülerinnen und Schülern haben 26 einen Durchschnitt von 1,0 bis 1,4 erreicht.

Die Topnote 1,0 wurde an Henrik Büchs, Lina Marie Etteldorf, Adrian Karl Emanuel Hondyk, Carline Kira Maxima Kraus, Finn Patrik Kühberger, und Vincent Amos Schaum vergeben.

Anne Viktoria Häfner und Sebastian Josef Kunz schlossen mit 1,1 ab.

Über die Note 1,2 durften sich Nils Theo Discher, Robert Justus Hötger, Mareike Nix, Mariele Sieben und Julius Alexander Sprengard freuen.

Maxim Andreas Burau, Elena Grünewald, Nikolina Ana Ordulj und Samuel Matthias Wahlandt beendeten ihre Schullaufbahn mit 1,3.

Und mit 1,4 eine „Eins“ erhielten ebenfalls Bennet Goebel, Vincent Louis Krämer, Annika Neuendorf, Emma Linda Pahle und Dicle Topdemir.

Drei Schülerinnen und Schüler, die zu den 26 Besten gehören (einmal 1,3, zweimal 1,4), wollten nicht namentlich genannt werden.

 Wie in jedem Jahr wurden auch bei der Akademischen Feier 2021 für besondere Leistungen in einzelnen Fächern Preise verliehen.

 Fachbereich I (Sprachen, Kunst und Sport)

Der Altphilologenverband Hessen zeichnete Adrian Hondyk, Finn Kühberger, Walid Tokhy und Robert Hötger als beste Lateinschüler mit einer Urkunde und einem Buchgutschein aus.

Valerie Fuß erhielt für herausragende Leistungen im Fach Deutsch den an der MTS zum ersten Mal vergebenen Scheffel-Preis der Literarischen Gesellschaft e.V. Damit verbunden ist eine 5-jährige kostenlose Mitgliedschaft.

Der Pierre-de-Coubertin-Schulsportpreis wurde dieses Jahr an Sakia Stegbauer vergeben.

 Fachbereich II (Gesellschaft)

Erstmals an der MTS wurde der Preis der Deutschen Gesellschaft für Philosophie verliehen, der mit einer beitragsfreien Mitgliedschaft für die Dauer des Erststudiums verbunden ist. Una Louisa Enderle wurde damit ausgezeichnet.

Die Ev. Kirche in Hessen und Nassau verlieh eine Urkunde und einen Buchpreis für hervorragende Leistungen im mündlichen Abitur an Carline Kraus, Annabelle Engel, Samuel Wahlandt und Vincent Schaum.

Carline Kraus erhielt vom Verein für Socialpolitik (unterstützt durch die Joachim Herz Stiftung) eine Urkunde, einen Buchpreis sowie eine einjährige Schnuppermitgliedschaft für herausragende Leistungen auf dem Gebiet der Wirtschaftswissenschaften.

 Fachbereich III (Mathematik und Naturwissenschaften)

Die Deutsche Mathematiker-Vereinigung zeichnete Fabian Habig mit einem Buchpreis sowie einer einjährigen kostenfreien Mitgliedschaft aus.

Der Karl-von-Frisch-Abiturientenpreis für herausragende Leistungen im Fach Biologie ging dieses Jahr an Lina Etteldorf; damit verbunden ist eine einjährige kostenfreie Mitgliedschaft.

Henrik Büchs, Max Loskant und Julius Sprengard wurden von der Gesellschaft Deutscher Chemiker geehrt. Sie erhalten die Option einer kostenlosen einjährigen Mitgliedschaft sowie den Online-Bezug der monatlich erscheinenden Zeitschrift dieser Gesellschaft.

Die Deutsche Physikalische Gesellschaft e.V. ehrte Vincent Schaum mit einem Buchpreis und einer einjährigen Mitgliedschaft. Als Mitglied aufgenommen wurde Fabian Habig.

Benno Gerharz, Max Loskant und Fabian Habig haben das MINT-EC-ZERTIFIKAT mit Auszeichnung erworben.

Last but not least erhielt Mareike Nix vom Verlag „Spektrum“ ein Jahresabonnement der gleichnamigen Zeitschrift und wurde damit für hervorragende Leistungen in den naturwissenschaftlichen Fächern geehrt.

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