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Das Präventionskonzept der Main Taunus Schule

 

(Version Mai 2006)

 

Leitgedanken und Zielvorstellung

 

Wir wollen einen Raum schaffen, in dem es für Schüler, Lehrer und Eltern möglich ist, angstfrei und in gegenseitigem respektvollem Umgang zu lernen und zu arbeiten.

Dazu gehört die Fähigkeit, Konflikte zu bewältigen.

 

Dies erreichen wir durch:

  • Stärkung des Selbstbewusstseins
  • Entwicklung von Streitkultur
  • Sensibilisierung der Wahrnehmung
  • Förderung gemeinsamen Handelns (Teamfähigkeit)
  • Aufdeckung und Verminderung struktureller Gewalt
  • Reflexion der Begriffe „Aggression“, „Gewalt“, „Konflikt“

 

1.Zustandsbeschreibung

 

An der Main-Taunus-Schule wird seit 1998 kontinuierlich zum Thema Prävention/Soziales Lernen und an der Verwirklichung der oben genannten Ziele gearbeitet. An der Schule gibt es zwei Beratungslehrer für Prävention (Herr Pfaff, Frau Bellinger) und eine Funktionsstelle zur Organisation von themenrelevanten Maßnahmen (Frau Bellinger).

Folgende Schwerpunkte wurden bis jetzt gesetzt:

 

1. 1. Mediation - Klassenprogramme Prävention/Soziales Lernen „KlaPPS“

Mediation ist die Bezeichnung für ein Verfahren der Konfliktlösung, bei dem unparteiische Dritte zwischen den Streitparteien vermitteln. Das Ziel ist, durch einen neutralen Mediator das Streitgespräch nach bestimmten Regeln zu strukturieren und so eine für beide Seiten akzeptable Lösung zu finden. Eine erfolgreiche Mediation wird mit einem schriftlichen Vertrag abgeschlossen, auf dessen Inhalt sich die Konfliktparteien einigen konnten.

Das Hessische Landesinstitut für Pädagogik hat eine inzwischen bewährte Fortbildungsreihe zum Thema „Mediation und Schulprogramm“ entwickelt, bei der einerseits Lehrerinnen und Lehrer als Schulmediatoren ausgebildet werden, andererseits aber auch Klassenprogramme entwickelt wurden, die schrittweise das soziale Lernen fördern und damit auch zu verbesserter Konfliktfähigkeit führen. An der MTS haben die Klassenprogramme folgende Schwerpunkte:

Klasse 5

gegenseitiges Kennenlernen, Andersartigkeit akzeptieren, eine Klassengemeinschaft herstellen, Regeln erarbeiten

Klasse 6

klasseninterne Problemfelder erkennen und bearbeiten, Konfliktlösungsstrategien kennen lernen und in Rollenspielen erfahren

Klasse 7

die neue Klassengemeinschaft, Erwartungen und Regeln; Konflikttheorie, Umgang mit Konflikten und Gruppendruck

An der Main-Taunus-Schule haben bisher 14 Kolleginnen und Kollegen an der Fortbildung des HeLP teilgenommen. Die externe Trainerin Frau Sherin Tratzki begleitet auch die Einführung und Überarbeitung der Klassenprogramme durch weitere Fortbildungsveranstaltungen.

KlaPPS-ProjektentwicklerInnen an der Main-Taunus-Schule:

Frau Bellinger, Frau Bothmann, Frau Brundiers (KL.7/8), Herr Lange, Frau Lennartz (KL.5/6), Frau Liebenow (KL. 5/6), Frau Müller-Muth (KL. 7/8), Frau Raschke-Ziegler.

Sprechstunde: dienstags u. freitags in der 2. großen Pause im Mediationsraum „KlaPPS“.

Dieses Projekt ist im Schulprogramm verankert.

 

1.2. Der Klassenrat

 

In der Main Taunus Schule ist ab der Klassenstufe 5 eine regelmäßige Klassenratstunde eingeführt.

Die Stunde findet wöchentlich zu einer festgelegten Zeit bei der Klassenlehrerin bzw. dem Klassenlehrer statt, nach Möglichkeit in Anwesenheit der Mentoren (Betreuer aus den 11. Klassen). Die Klasse setzt sich dazu in einen Stuhlkreis, um eine bessere Kommunikation zu ermöglichen.

Diese Stunde dient dazu.

  • Klassenprobleme und andere Schwierigkeiten (auch Probleme einzelner Kinder) zu besprechen und gemeinsam Lösungen zu finden,
  • Fragen zu klären,
  • gemeinsame Unternehmungen vorzubereiten,
  • Informationen aus der SV, der Schulleitung, dem Elternbeirat usw. weiterzugeben und zu diskutieren,
  • bei gegebenen Anlässen gemeinsame Erfahrungen zu machen, z.B. Übungen zur Streitschlichtung, Interaktionsspiele, Übungen aus dem „Lions-Quest“-Programm.

 

Es gibt Klassenratsämter, für die wöchentlich verschiedene Schüler verantwortlich sind, wie: Diskussionsleitung, Protokollführung, Führen einer Rednerliste. Die Tagesordnungspunkte werden für alle sichtbar ausgehängt. Zu Beginn der Sitzung wird das Protokoll der letzten Versammlung vorgelesen. So werden im kleinen Kreis demokratische Versammlungsstrukturen geübt.

 

Besonders wichtig für die Arbeit mit einer Klasse ist die Einhaltung bestimmter Gesprächsregeln, wie:

  • Jeder hat das Recht, Diskussionspunkte vorzuschlagen.
  • Wir versuchen, Wiederholungen von Themen zu vermeiden.
  • „Petze“ sollte nicht vorkommen.
  • Bei Konflikten haben die Beteiligten zuerst Rederecht.
  • Wer etwas sagen will, meldet sich, wird auf der Rednerliste vermerkt und bekommt, wenn er an der Reihe ist, zum Zeichen des Rederechts einen Ball.
  • Nur wer den Ball hat, spricht, die anderen hören zu.
  • Wir versuchen, nicht über Mitschüler zu sprechen, sondern mit ihnen.

 

Wer sich trotz Ermahnungen nicht an die Gesprächsregeln hält, muss für eine bestimmte Zeit den Kreis verlassen.

Die Diskussionsergebnisse und Vereinbarungen werden im Protokoll vermerkt.

Dieses Ritual befähigt die Schüler nach einiger Zeit, ihre Sitzungen weitgehend selbständig zu organisieren und durchzuführen.

 

1.3. Pausengestaltung (Pausenspiele, Pausenknüller)

 

Die AG Prävention organisiert Spielgeräte für die Unter- und Mittelstufenschüler, die zu sinnvollen, kooperativen und bewegungsintensiven Spielen anregen. Die Ausleihe der Spielgeräte für die Unterstufe übernehmen die Mentoren.

(In unregelmäßigen Abständen bietet die Aktion „Pausenknüller“ Schülerinnen und Schülern Gelegenheit, ihr Können während der großen Pausen den Mitschülern vorzuführen. Dieses Forum steht allen Schülern und AGs offen. Die AG Gewaltprävention koordiniert die Veranstaltungen.)

In beengter und ungemütlicher Raumsituation wächst die Gewaltbereitschaft. Mit dem Ziel, die Enge in den Fluren des ersten Stockwerks zu beseitigen, hat die Gesamtkonferenz den Beschluss gefasst, dass die dort eingesetzte Aufsicht nach Beendigung der Pausen jeweils die Klassenräume der anliegenden Klassen aufschließt.

Für die Oberstufenklassen besteht das Angebot, im zweiten Stockwerk Sitzgelegenheiten und Tische für den Pausenaufenthalt aufzustellen, für die sich jeweils anliegende Klassen als Verantwortliche finden müssen.

Mit Hilfe der Eltern wurde neben der Aula ein gemütlicher Aufenthaltsraum für Schüler  eingerichtet.

Die 8-jährige Gymnasialzeit stellt neue Anforderungen an die Mittagsbetreuung. Auch hierfür wurden in diesem Jahr Spielgeräte angeschafft.

 

1.4. Schüler übernehmen Verantwortung (peergroup education)

Ein entscheidender Schritt in der Entwicklung zu einem selbstbestimmten Menschen ist die Übernahme von Verantwortung. Das ist an unserer Schule bisher möglich, indem Schülerinnen und Schüler

  • sich in derSV-Arbeit engagieren,
  • sich in der 11. Klasse als Mentoren für die neu aufgenommenen Fünftklässler zur Verfügung stellen. Die Aufgabe der Mentoren reicht von der Teilnahme an Klassenratsstunden bis zur Begleitung bei Klassenfahrten und Wandertagen. Die Mentorentätigkeit wird angeleitet und im Zeugnis vermerkt.
  • als Schülersanitäter tätig werden,
  • in Projektwochen Kurse anbieten,
  • Spiel- und Sportfeste als Mitorganisatoren und Schiedsrichter betreuen,
  • als Vertrauensschüler bei Problemen zwischen Schülern und Lehrern und Schülern und Schülern zur Verfügung stehen.

Jugendliche orientieren sich verstärkt an Gleichaltrigen und lernen so auch durch positive Vorbilder.

 

1.5. Themenrelevante Theaterprojekte zur Suchtprävention

Für die Klassenstufe 9 wird ein Theaterprojekt Requisit der „Selbsthilfe im Taunus“ mit dem thematischen Schwerpunkt „Suchtprävention – Umgang mit Sucht“ durchgeführt.

 

1.6. Themenrelevante Fortbildungen zum Thema Prävention

Für Kolleginnen und Kollegen werden bei Bedarf Fortbildungen zum Thema angeboten. Im Schuljahr 07/08 sind dies: eine begleitende Lehrergruppe zum Theater "Reqiusit". Fortbildung zu den Themen "Mobbing-Intervention" und "Mediation".

 

1.7. Außenkontakte

Die MTS arbeitet zusammen mit dem Zentrum für Jugendberatung und Suchthilfe (ZJS). Herr Hartgenbusch vom ZJS arbeitet vornehmlich mit 8. Klassen zum Thema Lebensplanung und Suchtmittelmissbrauch. Er bietet auch Lehrkräften Beratungen an.

Die MTS ist Mitglied der RAG (Regionale Arbeitsgemeinschaft Gewaltprävention) Hofheim.

 

1.8. „Rauchfreie Schule“

 

In den letzten Jahren haben immer wieder 6. und 7. Klassen an Nichtraucherprojekten wie „Klasse rauchfrei“ oder „Be smart - don´t start“ teilgenommen. Das Gesetz zum Rauchverbot an hessischen Schulen stellt die Schule vor neue Herausforderungen. Auf der Gesamtkonferenz am 16.2.2005 wurde ein Ausschuss gegründet, der sich mit begleitenden Maßnahmen zu diesem Thema befasst.

Begleitende Maßnahmen zum Rauchererlass.

 

(Ruth Bellinger 15.4.2008)