Schwarz Rot Gold - Deutsche Geschichte erleben - "Historiker" fahren zum Haus der Geschichte nach Bonn
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Am 19. Januar 2010 begaben sich unsere Geschichtskurse auf Exkursion. Und wo fährt man als „Historiker“ in Deutschland hin? …nach Berlin, um die jüngste Zeitgeschichte am Originalschauplatz nachvollziehen zu können (leider zu weit für einen Tagesausflug), nach Nürnberg ins „Deutsche Nationalmuseum“, in dem die Exponate einer großen Vergangenheit gehütet werden, oder aber in das „Haus der Geschichte“ nach Bonn. Das ist ziemlich nah und auch eher aktuell, weil die Geschichte der beiden deutschen Staaten seit 1945 dokumentiert wird.
1982 schlug der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl vor, „eine Sammlung zur deutschen Geschichte“ anzulegen, welche zum Ziel hat, die Geschichte der beiden deutschen Staaten seit 1945 darzustellen. Um die Idee umzusetzen, wurde eine Expertenkommission aus bedeutenden deutschen Historikern gebildet, die ein Konzept erarbeitete, das allen relevanten gesellschaftlichen Gruppen und wichtigen Persönlichkeiten vorgelegt wurde. Auf der Basis eines daraus resultierenden Gutachtens beschloss der Deutsche Bundestag 1984 die Realisierung des Projektes im Rahmen einer Stiftung. Nach einer Aufbauzeit von insgesamt zehn Jahren für die Sammlung und – etwas später – für das Gebäude eröffnete der Initiator Helmut Kohl 1994 das „Haus der Geschichte“ (hdg) in Bonn.
In der Dauerausstellung wird die Geschichte Deutschlands von 1945 bis zur Gegenwart gezeigt. Angeknüpft an die Politikgeschichte werden die Wirtschafts-, die Sozial- und die Kulturgeschichte dargestellt, mit der Alltagsgeschichte verbunden und die jeweiligen Perspektiven beider deutscher Staaten einbezogen. Als Exponate findet der Besucher Originalgegenstände, Schrift, Ton- und Bilddokumente vor, aber auch viele interaktive Stationen. Vor allem die Alltagsgeschichte wird mithilfe von Objekten lebendig, die regelrechten Kultstatus erlangt haben: den Brezel-Käfer, den Mercedes-Stern, der Vespa, aber auch einer Geheimkamera, um nur einige zu nennen.
Man kann sich im Museumsgebäude in Sitze aus dem alten Bundestag setzen, und auch zu dem früheren Kanzler-Bungalow oder der Villa Schaumburg spazieren, Gebäuden, die untrennbar mit der Bonner Republik verbunden sind. Intention der Ausstellung ist, dass Geschichte in aktiver Auseinandersetzung erlebbar werden soll.
Neben der Dauerausstellung werden den Besuchern Wechselausstellungen präsentiert. Als wir im Januar das hdg besuchten, wurde eine Ausstellung über eine sehr wichtige Person der Zeitgeschichte gezeigt: Loriot, der mit seinen Karikaturen nicht nur immer wieder einen humoristischen Blick auf unsere Politiker warf, sondern in seinen Sketchen das, was „typisch deutsch“ ist, ordentlich „auf den Roller“ nahm.
Am 12. Mai wird die Ausstellung „Wir gegen uns. Sport im geteilten Deutschland“ eröffnet. Schon der Titel spiegelt das Grundkonzept des hdg wider: die Thematisierung des Spannungsverhältnisses zwischen Einheit und Trennung, Gemeinsamkeit und Konkurrenz.
Für Besucher bietet das HfG viele Varianten für den Museumsgang an. Wir haben an dem Programm für Schulen teilgenommen. Jede Kursgruppe wurde von einem Führer begleitet, der uns in dem neunzigminütigen Rundgang individuell und an unseren Interessen orientiert betreut hat. Dem dynamischen Führer unserer Kursgruppe ist es besonders gut gelungen, uns „bei der Stange“ zu halten.
Von Maximilian Dölling



